Manchmal ist es erstaunlich, wie wenig wir eigentlich über unseren eigenen Körper wissen. Trotz des Biologieunterrichts in der Schule beschäftigen wir uns nur selten wirklich damit, was jeden Monat in uns passiert. Deshalb möchten wir auf unserem Beavida Blog mit den Grundlagen beginnen. Wenn du deinen Menstruationszyklus verstehst, verstehst du auch dich selbst besser, einschließlich mögliche Symptome wie Stimmungsschwankungen im Laufe des Monats.
Die vier Phasen eines normalen Menstruationszyklus
Der Menstruationszyklus beginnt nicht mit dem Eisprung, sondern mit dem Einsetzen der Monatsblutung. Der erste Tag der Periode markiert den ersten Tag deines Zyklus. Das ist keine von der Natur festgelegte Definition, sondern eine von Menschen getroffene Vereinbarung.
Menstruationsphase
Wenn du nicht schwanger bist, wird die Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Dadurch entsteht die Monatsblutung, die im Durchschnitt drei bis fünf Tage dauert. Wenn die Periode zum ersten Mal im Leben einer Frau einsetzt, spricht man von der Menarche.
In dieser Phase können typische Menstruationsbeschwerden wie Schmerzen oder Blutklumpen auftreten. Starke Schmerzen oder sehr starke Blutungen sind jedoch nicht normal und sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Follikelphase
Diese Phase beginnt ebenfalls mit dem ersten Tag deiner Periode, endet jedoch mit dem Eisprung. Während der Menstruation sind die Hormonspiegel relativ niedrig. Kurz vor dem Eisprung steigt der Östrogenspiegel an, damit sich die Gebärmutterschleimhaut verdicken kann. Sie bereitet sozusagen ein Nest für die Eizelle vor.
Gleichzeitig aktiviert das follikelstimulierende Hormon (FSH) die Follikel in den Eierstöcken, die zu wachsen beginnen. Zwischen dem 10. und 14. Zyklustag hat sich eine reife Eizelle gebildet. Viele Frauen verspüren in dieser Zeit eine gesteigerte Libido, können aber auch Stimmungsschwankungen oder Blähungen bemerken.

Ovulationsphase
Wann genau der Eisprung stattfindet, lässt sich nur rückblickend bestimmen. Während die meisten Frauen in dieser fruchtbaren Zeit keine besonderen Beschwerden haben, können einige den Eisprung tatsächlich spüren – als sogenannten Mittelschmerz. Viele Frauen erkennen den Zeitpunkt auch an der Veränderung des Zervixschleims: Der Ausfluss wird wässriger und nimmt zu. Auch die Basaltemperatur ist ein guter Hinweis, da sie leicht ansteigt.
Plötzlich kommt das luteinisierende Hormon (LH) ins Spiel, das die Eizelle aus dem Eierstock freisetzt. Nun gibt es ein Zeitfenster von etwa 12 bis 24 Stunden, in dem die Eizelle befruchtet werden kann.
Lutealphase
Die Eizelle verlässt nun den Eierstock und wandert durch die Eileiter in Richtung Gebärmutter. Wenn eine Schwangerschaft eintritt, nistet sie sich in der Gebärmutterschleimhaut ein, die in dieser Phase besonders dick und nährstoffreich ist.
Während der Lutealphase sinken die Spiegel von LH und FSH, während der Progesteronwert ansteigt. Dieses Hormon bereitet die Gebärmutterschleimhaut auf die mögliche Einnistung vor.
Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, fallen auch Östrogen- und Progesteronspiegel ab. Diese hormonellen Veränderungen sind die Ursache für die Symptome des prämenstruellen Syndroms (PMS). Kurz darauf beginnt die nächste Periode.
Unregelmäßige Zyklen und Frauengesundheit
Ein durchschnittlicher Menstruationszyklus dauert zwischen 21 und 35 Tage. Kürzere oder längere Zyklen können ein Hinweis darauf sein, dass etwas mit der reproduktiven Gesundheit nicht stimmt. Hormonelle Ungleichgewichte können viele Ursachen haben – von übermäßigem Sport über Umweltfaktoren bis hin zu Stress. Manchmal muss man gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt etwas Detektivarbeit leisten, um die Ursache zu finden.
Ein unregelmäßiger Zyklus oder einer, der mit Beschwerden einhergeht, die das tägliche Leben beeinträchtigen, sollte immer ärztlich untersucht werden. Die fruchtbare Lebensphase einer Frau dauert im Durchschnitt etwa 37 Jahre – eine lange Zeit, um sich unwohl zu fühlen. Regelmäßige Zyklen sind zudem vorteilhaft, wenn du schwanger werden möchtest.
In weiteren Blogbeiträgen werden wir uns genauer ansehen, was du tun kannst, um deine reproduktive Gesundheit zu unterstützen. Für den Moment wollten wir dir nur einen groben Überblick darüber geben, was in deinem Körper jeden Monat passiert.